Ein Abschied, der die Erde nicht belastet
Was Nachhaltigkeit bei uns bedeutet
Immer mehr Menschen möchten, dass ihr letzter Weg im Einklang mit dem steht, wofür sie zu Lebzeiten eingetreten sind. Diesen Wunsch hören wir in unseren Beratungsgesprächen inzwischen häufig — und wir nehmen ihn ernst.
Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatzangebot, das wir Ihnen verkaufen. Sie beginnt bei einer schlichten Frage: Was braucht es wirklich? Vieles, was im Bestattungswesen als selbstverständlich gilt, ist es nicht. Ein Sterbehemd vom Bestatter zum Beispiel ist nicht vorgeschrieben — die eigene Kleidung ist oft die persönlichere und zugleich die ressourcenschonendere Wahl.
Auf dieser Seite finden Sie, welche naturnahen Bestattungsformen wir begleiten, welche Materialien wir verwenden und mit wem wir zusammenarbeiten. Wir beschreiben, was wir tatsächlich tun. Sprechen Sie uns an, wenn Sie zu einem Punkt mehr wissen möchten.
Reerdigung
Was Nachhaltigkeit bei uns bedeutet
Bei der Reerdigung wird der Körper auf ein Bett aus Stroh, Heu und Luzernen gelegt. In einem geschlossenen Kokon wandeln die Mikroorganismen, die ohnehin im Körper und in den Pflanzen enthalten sind, in rund 40 Tagen alles Organische in Erde um. Es braucht dafür keine Chemie und keine Zusatzstoffe — nur die richtigen Bedingungen.
Was entsteht, ist fruchtbare Erde. Die Nährstoffe, die ein Körper enthält, stehen darin wieder Pflanzen zur Verfügung. Eingeschlagen in ein Naturfasertuch wird sie auf einem Friedhof Ihrer Wahl eingebracht, die Grabstelle kann bepflanzt werden.
Wir begleiten Sie durch diesen Weg und arbeiten dafür mit Meine Erde zusammen. Ausführlich beschrieben haben wir das Verfahren unter Bestattungsformen.
Naturnahe Bestattungsformen
Die Pflege übernimmt die Natur
Eine Reihe von Bestattungsformen kommt ohne Grabstein, ohne angelegte Wege und ohne dauerhafte Grabpflege aus. Kein Wasser, kein Dünger, keine Wechselbepflanzung — der Ort bleibt, wie er ist.
Baum- und Waldbestattungen begleiten wir auf Berliner Friedhöfen ebenso wie im FriedWald oder RuheForst. Die Asche ruht unter einem Baum, den Sie selbst auswählen. Für Waldbestattungen ist eine Biourne Voraussetzung — sie zersetzt sich vollständig.
Die Oase der Ewigkeit in den Schweizer Alpen verzichtet bewusst auf Wege, Grabkreuze, Grabsteine und ortsfremde Blumen, damit der Charakter der Bergalm erhalten bleibt. Möglich sind dort die Beisetzung auf der Almwiese, am Bergbach oder an den Wurzeln eines Baumes, den wir für Sie pflanzen.
Welche Form zu Ihnen passt, hängt von vielem ab — auch davon, ob Angehörige einen Ort zum Hingehen brauchen. Darüber sprechen wir in Ruhe mit Ihnen.
Sarg, Urne, Kleidung
Weniger Material, ehrliche Materialien
Urnen ohne Kunststoff. Die Kohleurne besteht aus reiner Buchenholzkohle und ist vollständig biologisch abbaubar. Sie wird einwandig gefertigt und direkt im Krematorium befüllt — die sonst übliche Aschekapsel aus Kunststoff und ein zweites Schmuckgefäß entfallen. Sie ist für Erd-, Wald- und Baumbestattungen zugelassen.
Särge aus Massivholz. Unsere Särge beziehen wir von lignotec, einem Berliner Betrieb, der sie in Handarbeit fertigt und eine eigene Linie „Nachhaltig & Natürlich“ führt. Bei vielen Modellen lässt sich die Holzart wechseln.
Die eigene Kleidung. Ein Sterbehemd vom Bestatter ist nicht vorgeschrieben. Wir kleiden Verstorbene gern in ihre eigene Kleidung ein — auch ein Kissen und eine Decke aus dem eigenen Haushalt können mitgegeben werden. Das ist persönlicher, und es spart ein Textil, das eigens dafür hergestellt wurde.
Kurze Wege, feste Partnerschaften
Wer für uns arbeitet, arbeitet meist um die Ecke
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit denselben Betrieben zusammen, und die meisten von ihnen sitzen in Berlin: die Sargtischlerei lignotec, die Druckerei Peters, die Blumeninsel für die Floristik, denkwerk für persönliche Zeichen, das Fuhrunternehmen Brehme.
Das hat zwei Gründe. Der erste ist Verlässlichkeit: Wir wissen, wen wir anrufen, und wir wissen, dass es gut wird. Der zweite ist schlicht die Entfernung — was in Berlin gefertigt wird, muss nicht durch Europa gefahren werden.
Alle Betriebe, mit denen wir zusammenarbeiten, finden Sie unter PartnerInnen.
Der Friedhof als Lebensraum
Grün, das der Stadt gehört
Friedhöfe sind in Berlin einige der ältesten und artenreichsten Grünflächen überhaupt — alter Baumbestand, ungestörte Flächen, Kühle im Sommer. Zugleich stehen sie unter Druck: Es wird anonymer und pflegefreier bestattet, Grabfelder fallen leer, die Unterhaltskosten steigen.
Uns ist daran gelegen, dass diese Orte erhalten bleiben und lebendig sind. Deshalb laden wir regelmäßig zu Vorträgen ein, zuletzt mit Thomas Höhne, dem Verwalter der Luisenkirchhöfe in Charlottenburg, über die neue Vielfalt an Grabformen und darüber, wie aus leeren Grabfeldern Buchenhaine, Themengärten und naturnahe Gemeinschaftsanlagen werden.
Eine naturnahe Grabstelle auf einem innerstädtischen Friedhof ist nicht nur eine Entscheidung für den eigenen Abschied. Sie hält ein Stück Stadtgrün in Nutzung.